Wozu eine Hebe-/ Montagebühne?
  • Überwinterung (Entlastung der Reifen zur Vermeidung von Druckstellen bei langen Standzeiten)
  • Montagearbeiten, die eine Reifenentlastung erfordern (Reifenwechsel, Kardan, Gabel, etc.)
  • Arbeitshilfe: hochgebockt lassen sich die meisten Wartungs- und Reinigungsarbeiten bedeutend bequemer durchführen (z.B. im Sitzen auf einem Stuhl)

Auf dem Markt gibt es diverse Angebote, wovon für die R3 mit Ihren Besonderheiten (350 kg, keine Rahmenunterzüge, Auflage am Motorblock) nicht für viele Modelle geeignet ist.

Ich bin nach einigen Recherchen 2005 bei der Firma Pro-Lift gelandet. Hier findet man mehrere Modelle und eine sehr freundliche Firma, die Ihr Modell "Hydro-Lift 1" auch ohne Aufpreis an neue Modellvarianten der Motorradindustrie anpasst.

Die Anpassung für die Rocket III besteht hier in einer dritten Strebe, damit alle 4 Aufnahmepunkte der Motorunterseite aufliegen können.

Der Hydro-Lift ist sehr massiv und stabil gebaut. Mit der beiliegenden Stange kann der Heber in zwei Höhen fixiert werden (Entlastung des hydraulischen Wagenhebers.


Nach dem es die Rocket nun schon einige Jahre länger gibt, haben sich noch mehrere Hersteller mit der Triumph Rocket III beschäftigt und es gibt mittlerweile (2010) eine größere Auswahl und dabei auch Modelle, die in der Handhabung noch einiges komfortabler sind; eine Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit findet man in unserem Forum unter: http://www.board.rocket3.org/index.php?thread/3166

Der Vorgang des Aufbockens kann problemlos alleine bewältigt werden:
  • Hebebühne an die richtige Stelle unter den Motor schieben
  • Aufsteigen
  • Aufrichten des Motorrades
  • Hochpumpen der Bühne bequem vom Fahrersitz aus
  • Nach dem der Motorblock aufgesetzt hat, kann man noch mal absteigen und die richtige Lage kontrollieren.

 

 

Im folgenden zeige ich die 3 von mir getesteten Aufbockmethoden mit dem Hydrolift 1:

 

Die beiliegende Skizze zeigt die Lage der 4 "Nasen" am Motorboden, die Triumph anscheinend für das Aufbocken vorgesehen hat.

Pro-Lift hat daraufhin eine dritte Strebe eingeschweißt und wenn man die Hebebühne leicht schräg unter den Motor schiebt, kommen alle 4 Nasen zur Auflage.

Die nachfolgenden Beschreibungen werden aber zeigen, dass diese Zusatzstrebe doch nicht notwendig ist, wenn man immer die Methode 3 als stabilste Lage bevorzugt (da hat die Praxis die Theorie mal wieder überholt).

Methode 1 - Nutzung der Nasen ohne Gurt:

Die R3 ist vom Motor aus gesehen leicht hecklastig. Wenn man die 4 Nasen benutzt und mit dem Hochpumpen beginnt, so hebt das Hinterrad nicht ab und nur die hinteren Nasen bleiben in Kontakt mit der Bühne (Tank war etwa halb voll beim Test). Es geht hier nur um wenige Kilogramm - bereits ein leichter Druck mit der Hand auf den Tank bringt die R3 in eine waagerechte Lage. Die gekippte Lage ist aber sehr stabil und für kleine Arbeiten am Vorderbau würde dies genügen.

 

Methode 2 - Nutzung der Nasen mit Gurt:

Bereits ein kleiner Gurt oder ein Seil genügt, um bei Benutzung der Nasen die waagerechte Lage zu erzwingen (fest binden der rechten Seite an der Hebebühne). Hier sind keine großen Kräfte zu binden und das ganze ist ebenfalls sehr stabil (man kann ordentlich rütteln).

Man darf so natürlich keine großen Kräfte am Heck walten lassen, weil sonst die R3 zusammen mit der festgebundenen Bühne auf das Hinterrad kippt.

Alternativ zum Gurt könnte man natürlich die Last am Vorderrad mit angebundenen Gewichten erhöhen.

 

Methode 3 - Auflage von Rahmen und Motor:

Diese Methode halte ich für die Beste und sie würde sogar die zusätzliche dritte Strebe unnötig machen. Hier liegt die R3 auf der hinteren Strebe mit den am Rahmen verbundenen hinteren Motorhalterungen auf. Da diese einen kleinen Höhenunterschied zu der Motorunterseite haben, steht die R3 dann leicht "bergauf".

Bei Gelegenheit werde ich mal versuchen ein paar passende Flacheisen zu bekommen, die den Höhenunterschied kompensieren.

Somit könnte man den sehr entgegenkommenden ProLift-Leuten eine noch bessere R3 - Anpassung vorschlagen:

  1. Einfache Variante = Schaffung eines Höhenunterschiedes zwischen den beiden Hauptstreben und die Dritte wieder weglassen. Verschweißt wäre da wohl am stabilsten, würde aber bei späterer Nutzung für andere Motorräder stören. Sonstige sinnvolle Lösungen würden dem Hersteller bestimmt auch einfallen.
  2. Aufwendigere Variante = Aufschweißen oder Aufsetzen von Halterungen, die es erlauben, jeweils einen passenden Bolzen in die beiden Montagebocklöcher der R3 zu schieben.  Dies könnte das ganze noch stabiler machen, hätte allerdings bestimmt den Nachteil, dass man das Aufbocken nur noch zu zweit durchführen kann.

 

Bei dieser Methode (3) ist ein wenig Vorsicht geboten: auf der rechten Seite ist Halterung nicht komplett zur Auflage zu bringen (siehe Foto; etwa die Hälfte steht über), weil ansonsten eine Schraube der Ölwanne (siehe Foto) aufsetzen würde und dann ein Gewicht tragen müsste, für das sie bestimmt nicht gedacht ist.
Diese Methode ist so stabil, dass ich mich sogar drauf setzen kann (in leicht vorgebeugter Haltung), ohne dass die R3 anfängt zu kippen. Man müsste schon mit voller Kraft rütteln, um ein Kippen in irgendeine Richtung zu provozieren. In dieser Lage macht das Putzen oder Schrauben bestimmt keine Probleme. So werde ich die Rocket auch überwintern lassen.